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Lieferung einer Elektro-Lokomotive mit zusätzlichem Diesel-Motor
- Published
- Published 13 June 2025
Overview
Die KSW Kreisbahn Siegen-Wittgenstein GmbH (KSW) ist eine 100 %ige Tochtergesellschaft des Kreises Siegen-Wittgenstein und bietet Dienstleistungen im Schienengüterverkehr (SGV) in Deutschland an. Zudem unterhält sie eine eigene Eisenbahninfrastruktur.
Die KSW will eine ökologisch und ökonomisch effiziente Fahrzeugflotte betreiben. Zugleich steigt das Auftrags- und Verkehrsaufkommen stetig an. Um die Steigerung der Erträge aus überregionalen Streckenverkehren auf einer soliden Grundlage fortzusetzen sowie eine Überalterung der Bestandslokomotiven zu vermeiden, will sie eine Elektro-Lokomotive mit zusätzlichem Diesel-Motor (Dual Mode) erwerben.
Da der überwiegende Teil der 6.000 Kilometer an öffentlicher Eisenbahninfrastruktur der Nichtbundeseigenen Eisenbahnen (NE) nicht elektrifiziert ist, sind für die schweren Anhängelasten auf der ersten/letzten Meile weiterhin leistungsfähige Verbrennungsmotoren erforderlich, die zudem auch mit HVO betrieben werden können.
Die im Laufe des Produktionszeitraums hergestellte Stückzahl der jeweiligen Lokomotivbaureihe ist ein entscheidender Faktor für den Wert der Lokomotive sowie gleichzeitig die langfristige Sicherung der Ersatzteilversorgung und Verfügbarkeit. Denn auch hier gelten die volkswirtschaftlichen Grundprinzipien insofern, als dass ein großer Nutzerkreis im Falle einer geplanten Veräußerung für ein hohes Nachfragepotenzial sorgt und somit der Wert einer gebrauchten Lokomotive recht schnell über den Buchwerten der ordnungsgemäßen Abschreibung liegen kann. Einhergehend gewährleistet ein größerer Nutzerkreis auch die stetige Nachfrage an Ersatzteilen bis hin zu ganzen Modulen (Getriebe, Elektrik & Elektronik, Kupplung, Motor, etc.) im Laufe des Lebenszyklus und bietet den Zulieferern dieser Baugruppen sowie dem Hersteller der Lokomotive gleichermaßen eine wirtschaftliche Grundlage für die langfristige Gewährleistung einer hohen Ersatzteilverfügbarkeit. Im Idealfall liegt sogar die Bevorratung von Sicherheitsbeständen zur Realisierung kurzer Lieferzeiten vor, um die Ausfallzeit bei technischen Defekten auf ein Minimum zu reduzieren.
Die Elektro-Lokomotive mit zusätzlichem Diesel-Motor muss zwingend die folgenden Anforderungen erfüllen:
-Leistungsklasse: 2-3 MW Leistung mit E- und Dieselantrieb (Hybrid-Antrieb);
- Etablierte Baureihe mit möglichst mehr als 100 ausgelieferten Fahrzeugen, da Baureihen mit geringeren Stückzahlen häufig technische Probleme aufweisen bzw. die dauerhafte Verfügbarkeit von Ersatzteilen nicht sichergestellt ist;
- Lieferzeit maximal 36 Monate ab Bestellung.
Um die zuvor benannten Optimierungspotenziale zu erreichen, ist der Rückgriff auf eine bewährte Technik mit ausreichender Betriebs- und Wartungserfahrung ebenso anzustreben wie eine große Anzahl an ausgelieferten Lokomotiven, um eine dauerhafte Service- und Ersatzteilversorgung über den Abschreibungszeitraum gewährleisten zu können. Darüber hinaus sollten die anwendungsorientierten Merkmale den größtmöglichen Grad der Übereinstimmung zu den eigenen Betriebserfahrungen bieten. So hat die KSW eine deutliche Präferenz für MTU-Verbrennungsmotoren, die deutlich wartungsärmer und weniger schadensanfällig sind als Caterpillar-Motoren. Die Erfahrungen aus dem Betrieb und der Instandhaltung der eigenen Fahrzeuge haben zum Beispiel gezeigt, dass der Motor der G1700-II offenkundig nicht in der Lage ist, die verfügbaren Leistungen auf Dauer ohne wiederkehrende Beschädigungen der Turbolader zu erbringen. Diese These wird ebenfalls durch die Erfahrung mit der G2000-I bestätigt, in der ebenfalls ein Caterpillar-Motor verbaut ist und vergleichbare sowie wiederholte Schadensbilder vorliegen.
Demgegenüber haben sich die MTU-Motoren der Bestandslokomotiven G1700-I, G1000 BB sowie G1204 als deutlich wartungsärmer und verlässlicher gezeigt. Zudem sollte eine neue Hybrid-Streckenlokomotive ein Maximum an Flexibilität in der Ausführung von Rangier- und Streckenverkehren ohne Leistungseinbußen bei den jeweiligen Antriebsformen bieten.
Als Auftragnehmer kommt aus technischen Gründen lediglich die Siemens Mobility GmbH (Siemens Mobility) in Betracht, die das Modell „Siemens Vectron Dual Mode“ herstellt.
Die KSW führte – mit Validierung durch die ri:works Gesellschaft für Information und Kommunikation GmbH & Co. KG, Giesendorf – eine europaweite Marktrecherche durch. Die Gegenüberstellung lässt auf einen Blick sowohl die Untermotorisierung vieler Serienfahrzeuge erkennen als auch die Überdimensionierung einiger Lokomotiven für die Bedarfe der KSW. Im Ergebnis sind alle in Deutschland zugelassene Lokomotiven anderer Hersteller entweder über- oder untermotorisiert bzw. produzierten die Hersteller ihre Modelle nicht in den geforderten Stückzahlen.
Key details
- Country
- Germany
- Status
- Awarded
- Category
- Goods
- Procedure
- Direct
- Published
- 13 June 2025
Rolling stock
Award outcome
- Awarded value
- €1
- Award date
- 11 June 2025
- Siemens Mobility GmbH
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Notice history
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Contract Award Notice
13 June 2025
Contracting authority
KSW Kreisbahn Siegen-Wittgenstein GmbH
Procuring entitySiegen, Germany
Authority website ↗
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